Zuckersüß & wunderhübsch {Faschingskostüme nähen}

Faschingskostüme selbst machen | DIY Halloween costumes | Moritzwerk

Fasching (a.k.a. Karneval) – einer der Höhepunkte im noch recht frischen Jahr – rückt in greifbare Nähe. Ende der Woche ist es bei uns endlich soweit und in den Kitas wird wieder wild gefeiert. Wie fast alle Kinder lieben auch meine Töchter das Verkleiden, das Rollenspiel, die Verwandlung. Und wie fast alle kreativen Mamas liebe ich es, die Kostüme für meine Töchter selbst zu machen. Das erfordert allerdings auch ein wenig Fingerspitzengefühl, denn die Vorstellungen von Eltern und Kindern können hier sehr weit auseinanderdriften. Glück gehabt, denn auch dieses Jahr konnte ich mit meinen Kostümkreationen wieder kräftig punkten bei meinen Kindern.      07_Faschingskostüme

Dieses Jahr hat das große Kind einen sehr deutlichen Wunsch geäußert: „Mama, ich will als Prinzessin gehen!“ Ich hatte gehofft, um diese ganze Prinzessinnengeschichte noch eine Weile herum zu kommen. Denkste. Warum sollte es mir anders ergehen, als meiner Mutter damals?! Also machte ich mich ans Werk und nähte ein Kostüm für meine große Prinzessin. Zum Glück hat sie noch keine Ahnung von Frozen & Co., sodass ich bei der Gestaltung des Kostüms weitgehend freie Hand hatte.

Fest stand, dass es glitzern musste. Halloho?! Eine Prinzessin, die nicht glitzert, ist keine Prinzessin. Is klar, ne?! Ein wenig Rosa habe ich dem Kind auch zugestanden. Lieblingsfarbe – ihr wisst schon. Aber den Rest habe ich ganz Mama-typisch in Dunkelgrau gehalten. Das erdet das ganze Outfit ein wenig, nimmt ihm die Tussihaftigkeit und macht das Ganze ausreichend alltagstauglich. Denn wie auch schon bei den Kostümen vom letzten Jahr war es mir hier wieder wichtig, nicht Unmengen an Zeit und Geld in ein Kostüm zu stecken, das nur ein einziges Mal getragen wird und anschließend bestenfalls in der Verkleidungskiste landet.

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Also besteht das Prinzessinnenkostüm aus einem schmal geschnittenen Longsleeve und einer Leggings, die jeweils für den Gamourfaktor ein paar Glitzersterne aufgebügelt bekamen. Beides sind Kleidungsstücke, die ohnehin momentan im Kleiderschrank der Großen fehlen. Wachstumsschub. Eine Leggings und ein Shirt machen aber natürlich noch keine Prinzessin aus, auch wenn Glitzersterne drauf sind.

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Die Krönung – wenn ich mal im Bilde bleiben darf – ist auf jeden Fall der Rock aus sieben Lagen Tüll und natürlich mit Glitzer! Er ist gut knielang, also lang genug, um schön zu schwingen, aber auch kurz genug, um im Kita-Leben bestehen zu können. Der sportliche Bund holt den sehr mädchenhaften Rock wieder ein Stück weit in den Alltag. Wenn man sich so umschaut im Bereich der Mädchenmode, findet man derzeit ja sehr oft solche Tüllröcke. Bei festlichen Anlässen kann er daher bestimmt noch einmal Verwendung finden und muss nicht zwangsläufig in die Verkleidungskiste. Wie ich meine Große kenne, wäre ihr jeder Kitatag festlich genug, um diesem Rock zu tragen. Ich freue mich schon auf die morgendlichen Diskussionen beim Anziehen… Statt einer Krone habe ich ihr übrigens ein ganz einfaches Haarband – natürlich wieder mit Glitzersternen – gebastelt.

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Das Kind ist glücklich und der Fototermin war eine Qual, denn – Sorry – Stillsitzen geht nicht in diesem Outfit. Man MUSS einfach tanzen und hüpfen und Spaß haben und die Nachbarn in den Wahnsinn treiben.

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Und die kleine Schwester natürlich gleich mit. Hüpfen ist schließlich die einzig mögliche Fortbewegungsart, sobald man sein Kostüm übergezogen hat und in die Rolle eines Häschens geschlüpft ist. Das macht das Fotografieren auch nicht leichter, aber ich denke, ihr bekommt trotzdem einen ganz guten Eindruck von dem Häschenkostüm des kleinen Kindes. Dieses Mal habe ich einen Raglanhoodie mit einer applizierten Glitzermöhre genäht und ein paar Hasenohren an der Kapuze mitgefasst. Ursprünglich wollte ich die Hasenohren sogar abnehmbar gestalten und habe lange an einer Lösung gefeilt. Leider ist die Umsetzung gescheitert und nachdem ich einen halben Tag lang immer wieder den Nahttrenner geschwungen habe, ist es jetzt ein dauerhafter Hasenhoodie. Um dennoch ein Mindestmaß an Alltagstauglichkeit zu gewährleisten, habe ich die Ohren weit hinten angebracht. So fällt nichts ins Gesicht beim Spielen und die Ohren schleifen auch nicht auf dem Boden, wenn das Kind die Kapuze nicht auf dem Kopf trägt. Ob der Hoodie wirklich alltagstauglich ist, wird der Praxistest zeigen. Fakt ist: Er ist ZUCKERSÜSS!!!

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Als Zugeständnis an die üblichen Schwesternrivalitäten (und weil es so wahnsinnig süß ist) hat auch das Hasenkostüm ein rüschiges Unterteil bekommen. Das Stufenröckchen aus sechs Lagen Tüll hat ebenfalls einen sportlich-bequemen Bund und zusätzlich einen Unterrock aus Jersey. Auch dieses Röckchen könnte das Kind jederzeit zu einem mehr oder weniger festlichen Anlass wieder tragen. Ich glaube, wir müssen für dieses Jahr noch eine Party organisieren…

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So. Die Faschingsfeiern können kommen! Mein Fazit für dieses Projekt:

  1. Glitzer geht immer!
  2. Tüll geht ganz schön auf die Nerven beim Nähen!
  3. Es gibt immer einen Grund zum Feiern (und Hüpfen)!

Und jetzt gehe ich mal gucken, ob es noch mehr Faschingskostüme gibt beim Creadienstag.

Ulrike


Verwendete Schnittmuster

Prinzessinnenshirt Ottobre 1/2015 Modell Nr. 25
Leggings Ottobre 1/2015 Modell Nr. 17
Hasenhoodie Ottobre 1/2015 Modell Nr. 9
Röcke eigener Schnitt

Grauer Jersey und Rippjersey aus der Organic Linie von Stoff & Stil.
Rosa Interlock, rosa und grauer Tüll, grauer Glitzertüll und Glitzerbügelstoff von Stoff & Stil.

 

7 Kommentare

  1. Wirklich schön, liebe Ulrike!
    Und für Prinzessin auch wohltuend reduziert, was den Glitzer- und Pink-Anteil angeht! Gefällt mir.
    Ich bin ja ehrlich gesagt überhaupt kein Jeck und daher ganz glücklich, dass der Sohn sich freiwillig erneut für das Hexenkostüm vom letzten Jahr entschieden hat 🙂
    Liebe Grüße, Lena

    • Moin Lena, danke für die lieben Worte! Ich persönlich hab’s ja auch nicht so mit Fasching. Aber die Kinder finden es toll und würden sich am liebsten jeden Tag verkleiden. Wahrscheinlich hätten sie sogar den Löwen und das Zebra vom letzten Jahr nochmal „aufgetragen“, wenn ich sie dazu ermuntert hätte… Tatsächlich aber macht mir das Kostümenähen wirklich Spaß, sodass es für mich ganz außer Frage stand, dieses Jahr wieder neue zu nähen. :o)
      Herzlichst, Ulrike

  2. Die sind sowas von traumhaft schön!!! Nähst Du mir auch eins? 😉 Die Idee mit dem Haarband finde ich toll! Rundherum gelungen!
    Liebste Grüße, Sandy

  3. Wow, was für tolle Kostüme, da bin ich dir sehr neidig, was Du da tolles gezaubert hast und die Sachen darf ich meine beiden Mädels nicht zeigen.
    Gut das grau müsste dann doch durch rosa ersetzt werden. Aber so sind deine sowas von Alltagstauglich. Toll und die Häschen-Idee super. Danke für Deinen lieben Kommentar auf meinem Blog und den Tipps.
    Liebe Grüße
    Christine

  4. Das sind so tolle Faschingskostüme geworden! Wunderschön! Die Farbkombinationen gefallen mir richtig gut! Die gängigen Prinzessinenkostüme in Knallpink-Lila find ich nämlich meist nicht so berauschend (auch wenn ich selbst als Kind mein pinkes Dornröschen-Kleid über alles geliebt habe 😉 ). Aber der Geschmack ändert sich halt 😉 …

    Und ich find das echt super, dass du es so gut schaffst, für die Faschingskostüme quasi alltagstaugliche Teile zu nähen und zusammenzustellen! Einfach klasse!

    Liebe Grüße
    Kristina

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