Babyleicht & Klimperklein

Klimperklein | Buch Babyleicht nähen mit Jersey | Moritzwerk

Nachdem meine Töchter dem Krabbelalter entwachsen waren, habe ich die komplette noch vorhandene Babyausstattung rigoros aussortiert und alles, was ich nicht unbedingt behalten wollte, verschenkt oder gespendet. Übrig geblieben sind zwei Kartons mit meinen absoluten Lieblingssachen. Kleidchen, Blüschen, Höschen in Rosa, Lila, Pink mit Blümchen und Herzchen und Rüschen und Glitzer. (Woher kam nur all‘ der Mädchenkram?!) Und nun, mein liebes Bauchbaby, kommst du. Ein Junge! Und mit dir kommt die Frage: Was sollst du nur anziehen?! Gerade noch zur rechten Zeit hat Pauline Dohmen von Klimperklein ihr zweites Buch heraus gebracht: Babyleicht – Nähen mit Jersey für Babys. Und ich habe mich direkt darauf gestürzt und ein paar erste klimperkleine Teilchen für den Sohnemann genäht.

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Übrigens: Bitte keine Genderdebatten! Ich bin bestimmt die (Vor-)Letzte, die sagt, dass Mädchen Rosa und Jungs Blau tragen müssen. Aber einen neugeborene Babyjungen in ein Kleidchen zu stecken, nur weil es gerade noch von den großen Schwestern übrig ist – nein, Danke! Eine Handvoll geschlechtsneutraler Kleidungsstücke konnte ich sicher stellen, aber hinzu kommt unser Saisonproblem: nach einem März- und einem Augustkind, folgt nämlich nun unser Oktoberbaby und die meisten Klamotten haben schlicht die falsche Größe. Ihr seht, ich MUSSTE einfach ein paar Babyteilchen nähen.

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Als allererstes habe ich den Wickelbody in einer winzigkleinen Größe 50 ausprobiert, weil ich die gerade für die ersten Wochen einfach unheimlich praktisch finde. Das Modell aus dem Buch besteht aus einem Teil mit angesetzten Raglanärmeln. Eigentlich ziemlich cool, aber ich muss zugeben: Ohne Bandeinfasser und Overlock hat mich das Einfassen mit Jerseystreifen einige Nerven gekostet. Und auch die Druckknöpfe halten leider nicht gut an einigen der gekennzeichneten Stellen, wo sehr viele Stofflagen aufeinander treffen. Zur Passform kann ich natürlich noch nichts sagen, befürchte aber, dass der Body für unser Baby zu weit sein wird, da unsere Kinder bisher immer eher schmal und lang waren. Wenn unser Junior da ist, werde ich dem Wickelbody noch eine zweite Chance geben.

Restlos überzeugt bin ich jetzt schon von der Hose. Eigentlich hat sie noch einen Fake-Eingriff, den ich der Einfachheit halber weggelassen habe. So Tüddelkram finde ich bei den Zwergen ja sowieso echt überflüssig! Das Höschen ist in der Basicvariante rasend schnell genäht – zur Not noch flott kurz vorm Kreißsaal. Mit dem Eingriff und sonstigen Details kann man sich ja später bei den größeren Größen noch austoben.

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Auch die zwei im Buch beschriebenen Strampler-Varianten (siehe Bild zwei) gefallen mir gut, wobei sie mir ebenfalls sehr weit geschnitten erscheinen. Aber das wird der Passformcheck später zeigen. Der „Strampler ohne Fuß“ – bei mir der mit den Fahrrädern – birgt für mich wieder die gleiche Problematik wie der Wickelbody: Das Einfassen. Hrmpf. Die zweite Strampler-Variante im Buch kommt ohne Einfassung aus, sondern funktioniert mit einem Beleg. Dieser Strampler soll eigentlich mit Füßchen genäht werden. Das mag ich nicht so gern und habe einfach die Beinbündchen vom zweiten Strampler übernommen.

Nach vier genähten von 24 möglichen Modellen fällt mein Fazit bislang positiv aus. Die Modelle umfassen fast alles, was ein Kind in den ersten zwei Lebensjahren gebrauchen kann. Leichte Abstriche mache ich in der B-Note, denn ich bezweifle, dass ein Anfänger mit einer einfachen Haushaltsnähmaschine nach den Beschreibungen im Buch wirklich ein tragbares Kleidungsstück produzieren kann. Aber für (werdende) Mamas (oder Omas oder Tanten oder, oder, oder…?!) mit ausreichend Vorkenntnissen ist dieses Buch eine schöne Sammlung variabler Basis-Schnittmuster in den Größen 44 bis 98. Ich bin zufrieden. Der Teddyanzug liegt schon zugeschnitten bereit und auch den Schlafsack und das Shirt mit Knopfleiste muss ich unbedingt noch ausprobieren. In den größeren Größen folgen dann bestimmt noch der Outdooranzug, die Latzhose und der Kapuzenpulli. Mal sehen, wieviel davon ich noch schaffe, bevor unser Krümel sich zu uns gesellt…

Ulrike

Stoffe vom Stoffmarkt und aus dem Restevorrat.
Verlinkt bei Handmade on Tuesday und Creadienstag.

9 Kommentare

  1. Ulrike, deine Jungssachen sind zauberhaft geworden! Total schön – die Farben sind super und meiner Meinung nach genau richtig für kleine Babys. Das typische Rosa und Babyblau bekommen Eltern leider schon viel zu oft geschenkt. .
    Das Buch ist gut aufgemacht und ich bin gespannt was du noch feines draus nähst. Ich konnte am Wochenende schon einmal reinschauen in das Buch und mich fasziniert dieser Overall mit dem schrägen Reißverschluss und der Schlafsack. Das sind feine Geschenke für frische Eltern und wären ein Grund das Buch zu kaufen 😉 Also schnell nähen und mich überzeugen.
    GLG Dominique

  2. Liebe Ulrike, ein Junge – wie cool! Herzlichen Glückwunsch dazu.
    Die Teile finde ich allesamt herzallerliebst. Und so klein! Da hätte mein Riesenbaby nie reingepasst. Ich persönlich finde, dass es quasi unmöglich ist, überhaupt im Laden etwas geschlechtsneutrales zu finden, nicht mal für die ganz kleinen. Blöd. Und überhaupt: näh doch soviel du magst! Ich finde es prima.

    Ganz liebe Grüße, Lena

    • Hach, Lena, ich würde soooo gern noch viel, viel mehr nähen. Aber die Zeit… Grrrrrrr!!!
      Unsere Töchter waren übrigens auch Riesenbabys, die ersten Strampler waren trotzdem viel zu weit und zu groß.
      Liebe Grüße, Ulrike

  3. Niedlich. Gefallen mir gut. Habe leider nicht genäht, als meine klein waren. Meine Unterstützung hast Du, neutral kann man verwenden aber alles andere… nee. Soll auch nicht brnachteiligt werden, zumal so wenig Stoff gebraucht wird. Ausderdem würde unser Mädchen nie Jungssachen tragen ( sie denkt nämlich geschlechtsspezifisch… ;-)) und die Jungssachen wären sowas von zu gross. GInge gar nicht. HAch. Toll

    • Moritz… ich glaube, so heißt hier am Moritzberg jeder dritte Junge. Unserer also ganz sicher nicht! 😉
      Und lustig bin ich. Ja, doch. Meistens. Nur wen meinst du mit #queenofbandeinfasser?! Mich ganz bestimmt nicht. Ich hab nämlich gar keinen Bandeinfasser…

  4. Oh, die sind ja wunderschön geworden. Ich mag die Farbkombination total! Ich mag das Einfassen auch nicht so sehr und manchmal wünschte ich mir eine overlock damit alles etwas schicker aussieht, aber was soll’s. Der Strampler ist wirklich richtig süß!

    Ich bin gespannt auf den Teddy 🙂

    Liebe Grüße,
    Luisa

  5. Hallo Ulrike,
    was für süße Teile! So schön. Die Farbkombination und die Stoffe gefallen mir sehr gut, ach da hätte ich meinen Jungs auch angezogen. Auf deinen Teddyanzug bin ich richtig gespannt…unsere Jungs hatten auch einen – aber gekauft. Das passte gut zu den Herbstkindern.
    liebe Grüße
    Jana

  6. Pingback: Schau‘ mir in die Augen, Kleines! {PuppenMITmacherei 2016} – Moritzwerk

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