Sommer ade | mit {Marta} durch den Spätsommer

Marta Skirt | Schnittchen Patterns | Lebenskleidung | Moritzwerk

Ich sehe es ja ein: Sommerlich ist es heute nicht. Und trotzdem ist immer noch Sommer. Offiziell zumindest. So ist er eben, der Spätsommer. Heute kühl, morgen heiß. Vormittags sonnig und gleichzeitig fast schon frostig. Und nachmittags schwül-warm mit völlig unvorhersehbaren Regenschauern. Da ist es gar nicht so leicht „richtig“ gekleidet zu sein. Als Lebenskleidung eine Probenährunde zum Thema Spätsommer startete, war schnell klar, dass ich etwas nähen wollte, das im Sommer schön ist und auch im Herbst noch gut funktioniert. Herausgekommen ist ein neues It-Piece in meinem Kleiderschrank: Der Marta-Skirt von Schnittchen.

An 360 Tagen im Jahr trage ich Jeans. Hosen wohlgemerkt. (Ausnahme: Die neun Monate mit Babybauch. Da habe ich fast nur Kleider getragen.) Warum das so ist, weiß ich selbst nicht so genau. Ich mag Jeans. Die gehen einfach immer. In letzter Zeit merke ich aber, dass mir mein Sporty-Spice-Jeans-Look Sorry, ich bin ein Kind der Neunziger langsam zu langweilig wird. Ich entdecke gerade eine ganz neue Seite an mir. Meine Posh-Spice-Seite vielleicht. Nein, keine Sorge, ich werde niemals im knallengen schwarzen Ledermini und High-Heel-Overknee-Stiefeln in die Kita stolzieren. Kann ich auch gar nicht. Nach spätestens drei Metern hätte ich mir beide Beine und drei Rippen gebrochen. Aber meine Weiblichkeit, die würde ich gern mehr betonen. Gar nicht so einfach, wenn man mit einem so … na sagen wir mal … androgynen Körper wie meinem bedacht wurde. Dass ihr mich bloß nicht falsch versteht: Ich bin – bis auf ganz wenige Ausnahmen – ziemlich glücklich mit meinem Körper. Ich bin groß und schlank und habe sehr lange Beine. Und solange ich stille, bin ich sogar mit meiner Oberweite zufrieden. An „danach“ will ich gar nicht denken… lalalaaaa. Alles super, oder?

Nicht ganz! Ich habe die Figur eines Bügelbrettes. Flach, aber breit und ohne jegliche Kurven. Nix Weiblichkeit. Deshalb habe ich jahrelang einen großen Bogen um alles high-waist-ige gemacht. Welche Taille hätte ich denn betonen sollen? Ich hab doch keine! Wie gut, dass low-waist so angesagt war. Jetzt ändert sich das langsam hat sich das längst geändert und high-waist-Schnitte sind wieder voll angesagt. Und nachdem ich mich ein paar mal vor dem Spiegel bis zur Taille in den schönen Denim von Lebenskleidung gewickelt hatte, habe ich es einfach gewagt und mir einen taillenhohen Marta-Skirt genäht. Und siehe da: Ich fühle mich tatsächlich richtig weiblich damit.

Der Bund sitzt eng in der Taille, der Rock fällt schön A-förmig und die Taschen tun so, als hätte ich eine Hüfte. Cool! Ein paar kleine Änderungen habe ich vorgenommen, um aus Marta meine Marta zu machen: Der Rockteil ist um fünf Zentimeter verlängert und endet nun bei mir knapp unter dem Knie (wir erinnern uns, ich bin fast einsachtzig groß). Den Bund habe ich doppelt so breit gemacht wie im Original, so schneidet er beim Sitzen weniger ein. Die Taschenbeutel habe ich um fünf Zentimeter vergrößert und finde sie immer noch nicht tief genug. Also das nächste mal ruhig ordentlich Zentimeter zugeben. Alles andere ist Original. Bei der Größenwahl habe ich mich ausschließlich an der Taillenweite orientiert und eine 40 genäht. Sitzt!

Im Übrigen habe ich den Rock auch an deutlich birnenförmigen Figuren mit schmaler Taille und breiten Hüften gesehen und er sah bombastisch aus. Wer seine Hüfte eher kaschieren möchte, sollte zu fließenderen Stoffen greifen.

An den Taschen habe ich die Rückseite des Denims verwendet und anstelle von Knöpfen und Knopflöchern altkupferfarbene Druckknöpfe von Prym verwendet. Das betont den Jeanscharakter und man spart sich das Knopflöchernähen. In den Stoff habe ich mich übrigens verliebt und überlege schon, was ich noch alles daraus nähen könnte. Er ist schön leicht, hat aber einen guten Griff und lässt sich sensationell toll verarbeiten. Ich glaube, mir ist noch nie ein Kleidungsstück so sauber gelungen. Der Schnitt ist einfach zu nähen, man muss bloß den Überblick über die vielen sehr ähnlich aussehenden Schnittteile behalten. Ambitionierte Anfänger, die schon ein paar Kleidungsstücke genäht haben und wissen, wie man im Schatten einer Naht näht, kriegen das hin.

Das Shirt ist übrigens eine Nore von Compagnie M., wie diese hier nur ganz anders. Nämlich auf Hüftlänge gekürzt, mit U-Bootausschnitt (ist im Schnitt enthalten) und dreiviertellangen Rest-Ärmeln (mehr hat der Meter Stoff nicht hergegeben). U-Boot-Ausschnitte sind übigens sehr schmeichelhaft bei breiten Schultern und betonen den Hals. Super wenn man etwas femininer wirken möchte, aber kein Dekolleté zum Vorzeigen hat. Aus dem Stretch-Jersey fällt die Nore schön weich und schmeichelhaft und ist schon in die Top-Ten meiner Lieblingsshirts aufgestiegen. Nur mit der Farbe hadere ich ein bisschen. Himmelgrau nennt sie sich, aber von Grau sehe ich keine Spur. Es ist eher ein blasses Mint. Da hatte ich etwas anderes erwartet. Dafür passt der Ton sehr schön zu meinen dunkelbraunen Sandaletten. Viel mehr braucht das Outfit nicht. Und mehr konnte ich an dem Tag des Shootings auch gar nicht tragen, denn da schwitzten wir morgens um neun schon bei fast dreißig Grad. Und heute – eine Woche später – sieht es draußen schon richtig herbstlich aus. Also habe ich mir kurzentschlossen ein paar Gedanken gemacht, wie ich meinen Marta-Skirt mit in den Herbst nehmen kann.

Outfit 1: Mit einer rustikalen Bluse (diese hier ist ein älteres Modell von Campus ) und Ankleboots (von Clarks).

Outfit 2: mit einem coolen Statement-Shirt, einer kuscheligen Kurzjacke, Mütze, Schal und Chucks.

Outfit 3: Mit einer kurzen Strickjacke, Schal und Ankleboots.

Outfit 4: Mit einem Statement-Shirt, einer Grobstrickjacke und Boots.

Outfit 5: Mit einem Streifenlongsleeve, Mamakette, Mütze und Chucks.

Outfit 6: Mit einem schicken Rolli, Schal und Boots.

Ich habe hier einfach mal kombiniert, was mein Schrank so hergibt. Wie ihr seht, mag ich Senfgelb, Rosé und Grau in Kombination mit Jeansblau. Was mir definitiv noch fehlt, ist eine Jacke für den Look. Da muss ich noch einmal genau schauen, welche Schnitte über so einem Rock gut gehen und ob die mit meinen Vorlieben kompatibel sind. Außerdem brauche ich für die kalte Jahreszeit noch eine kurze Strickjacke in Grau. Vielleicht einen Lisbon Cardigan? Und Strumpfhosen oder Leggings in Senfgelb, Dunkelblau und Grau. Ja, ich habe viel vor. Was meint ihr, welches Outfit überzeugt euch am meisten?

Ulrike

 

Schnittmuster Marta Skirt von Schnittchen, Größe 40, 5 cm verlängert, Bund verbreitert

Nore Dress von Compagnie M. in seiner einfachsten Variante in Shirtlänge, U-Boot-Ausschnitt, gekürzt auf Hüftlänge, langer Ärmel auf Dreiviertellänge gekürzt, Größe 38

Stoff
Rock: Bio-Denim von Lebenskleidung
Shirt: Bio-Stretch-Jersey Himmelgrau von Lebenskleidung

Verlinkt bei Rums, Ich näh‘ Bio und Selbermachen macht glücklich.

Die Stoffe und die Schnittmuster wurden mir – unabhängig voneinander – kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle drei Unternehmen und deren Produkte kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.

 

 

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6 Kommentare

  1. Liebe Ulrike, der Rock gefällt mir ausgesprochen gut und seht dir auch ausgezeichnet. Deine Herbstoutfits finde ich alle sehr stimmig, besonders gut gefällt mir die Kombination mit Gelb.

    • Dankeschön, liebe Julia! Das Gelb scheint ziemlich gut anzukommen. Kann ich verstehen, ist auch eine meiner Lieblingsfarben im Herbst.
      Liebe Grüße, Ulrike

  2. Liebe Ulrike,
    ein wunderschönes Outfit hast du dir für dich genäht! Ich mag aber auch deinen Sporty-Spice-Look an dir, das nur am Rande 😉
    Auch deine anderen Outfit-Ideen finde ich toll! Vielleicht wäre auch ein Sweat-Blazer eine tolle Variante anstelle eines Cardigans dazu?
    Liebe Grüße,
    Marina

    • Dankeschön, liebe Marina. Auf meinen Sporty-Spice-Look werde ich niemals ganz verzichten. Aber so ein bisschen Posh-Spice zwischendrin ist doch mal ganz nett, oder? Über einen Blazer habe ich auch schon nachgedacht, ich habe aber nur schwarze und graue, das wäre mir zu „businessmäßig“. Aber vielleicht nähe ich mir irgendwann mal einen bunten? Am besten in Gelb oder Rosa. Mir ist allerdings immer noch schleierhaft, was man drüber trägt, wenn es draußen so richtig kalt ist. Einen langen Mantel oder eine kurze Wolljacke? Hm…
      Ich sinniere mal weiter.
      Liebste Grüße, Ulrike

  3. Also vielen Dank fürs Zeigen dieses tollen Rockes, er wandert sofort auf meine Wunschliste … ich suche die ganze Zeit schon nach einem coolen Schnittmuster für einen Rock ! deine Version mit dem Jeans-Look gefällt mir richtig gut, und sie steht dir ausgezeichnet. liebe Grüße Sarah

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