Völlig von der Rolle

Wenn die Kinder drölfzig mal am Tag fragen, wie oft sie noch schlafen müssen, wenn sich die Uhren auf wundersame Weise schneller zu drehen scheinen und der Marktplatz mitunter bedenklich zu schwanken beginnt („Swei Lühweih mit Suss, bidde!“), dann ist die Zeit, in der aus Keksen plötzlich Plätzchen werden. Heute teile ich mit euch mein neues Lieblingsrezept. Das ist sogar ganzjahrestauglich. Ein Rezept für alle Fälle.

Ich liebe Süßes. Nicht nur zur Weihnachtszeit. Und Kekse – ich meine, Plätzchen – gehen bei mir einfach immer. Der Erfinder der Sesamstraße hat sich bei der Erschaffung des Krümelmonsters direkt an mir orientiert. Kekse, Kekse! So lag es nahe, dass ich sofort mit Feuereifer das Rührgerät geschwungen habe, als Annika von Näh-Connection uns Botschafter fragte, ob wir Lust auf eine Plätzchen-Blogtour hätten. Dabei muss ich zugeben: Ich backe gar nicht so gern. Jedenfalls nicht mehr seit ich Kinder habe und die mitbacken wollen. Da artet das Backen nämlich immer regelrecht in Stress aus und die Beseitigung der Kampfspuren nimmt mehrere Tage in Anspruch. Nein, ich genieße das Backen nicht wirklich. Ich brauche schnelle Ergebnisse ohne große Umwege. Das Ziel ist das Ziel. Plätzchen, jetzt sofort!

Natürlich könnte man auch einfach Plätzchen kaufen. Aber wir sind doch alle Selbermacher und ich muss zugeben, dass ich schon gern weiß, was drin steckt in meinem Essen. Und deshalb teile ich heute dieses geniale Plätzchenrezept mit euch, das ich auf dem Blog Einfach mal einfach gefunden habe. Die Autorin hat mich überzeugt und die fertigen Plätzchen erst recht. Ab sofort gibt es bei uns (nur noch) Plätzchen von der Rolle. Das Rezept ist nicht nur wahnsinnig einfach und schnell gemacht, es ist auch noch hochgradig variabel, lädt zum Experimentieren ein und lässt sich extrem gut vorbereiten. Theoretisch könnte man den Teig schon im September oder so vorbereiten, einfrieren und bei Bedarf einfach in Scheiben schneiden und aufbacken. Die Kinder können toll mithelfen beim Teig rühren. Und Teigwürste in Scheiben schneiden, macht fast so viel Spaß wie Herzen und Sterne ausstechen. Vorteil: das Ergebnis bleibt essbar… beim Gedanken an die fast nur noch aus Mehl bestehenden Teigklumpen bei der letzten Ausstechaktion mit den Mädels, schüttelt’s mich immer noch. Außerdem bringen diese Plätzchen ihre Verzierung gleich mit. Kein Matschen mit Puderzuckerpampe, keine Zuckerstreusel in den Haaren, keine Kuvertüre auf dem Sitzpolster. Einfach nur leckere Plätzchen. Noch nie war Plätzchen backen so entspannt.

Das Prinzip dieser Plätzchen besteht aus einem Grundteig, der nach Belieben abgeändert werden kann. Das Originalrezept habe ich leicht abgeändert und Vanillemark verwendet. Statt dessen könnte man auch auf Vanillezucker, gemahlene Vanille oder Vanillearoma zurückgreifen.

Zutaten
  • 140 Gramm Mehl
  • 50 Gramm Puderzucker
  • 85 Gramm weiche Butter
  • 1 Eigelb
  • Mark einer halben Vanilleschote
  • 1 Prise Salz

Da ich am liebsten mehrere Sorten auf einmal backe, wiege ich alle Zutaten mehrfach ab und stelle sie mir in kleinen Schälchen bereit. Hier habe ich vier Varianten gemacht und vorher alles viermal vorbereitet.

Anleitung
  1. Mehl, Puderzucker, Salz und Vanille grob vermischen. Die weiche Butter unterkneten und zum Schluss das Eigelb dazugeben. Alles gut verkneten. Anschließend lässt sich der Teig nach Belieben variieren.
  2. Den Teig zu einer Rolle formen und im Kühlschrank für mindestens zwei Stunden (maximal drei Tage) kalt stellen. Danach kann der Teig direkt gebacken oder eingefroren werden.
  3. Backofen auf 180 Grad (Umluft) vorheizen. Rolle in ca. fünf Millimeter breite Scheiben schneiden, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und 12 bis 15 Minuten backen (oder bis sie am Rand leicht bräunlich werden). Anschließend auf einem Gitter auskühlen lassen.

Was ich besonders mag an diesem Rezept ist, dass man es ganz leicht individualisieren und so ganz schnell viele verschiedene Sorten backen kann – je nachdem, was man so mag und im Haus hat. So habe ich meine vier Plätzchensorten gepimpt:

  • Schoko-Lebkuchen-Plätzchen: Einen Esslöffel Mehl gegen einen Esslöffel Kakao tauschen und einen halben Teelöffel Lebkuchengewürz unterrühren. Dunkle Plätzchen sehen besonders schön aus, wenn man gehackte Nüsse oder Mandeln untermischt. Wenn man diese vorher in der Pfanne röstet wird’s besonders lecker. Toll: Die fertige Teigrolle in den gehackten Mandeln wälzen.
  • Schoko-Pistazie-Plätzchen: 50 Gramm gehackte Pistazien und 50 Gramm Back-Schokoladentröpfen einarbeiten. Die Teigrolle in den gehackten Pistazien wälzen.
  • Zimt-Plätzchen: Einen halben Teelöffel Zimt einarbeiten. 50 Gramm Zucker und einen halben Teelöffel Zimt vermischen und die Teigrolle in der Mischung wälzen.
  • Mandel-Marzipan-Plätzchen: 50 Gramm Marzipanrohmasse und 50 Gramm gehackte und geröstete Mandeln einarbeiten und die fertige Teigrolle ggf. in gerösteten Mandeln wälzen.

Unsere Favoriten waren die Schoko-Lebkuchen- und die Zimtplätzchen. Weitere Varianten, die ich mir sehr gut vorstellen könnte, sind:

  • Ingwer-Zitrone-Plätzchen: Einen halben Teelöffel gemahlenen Ingwer, den Saft und geriebene Schale einer halben Zitrone.
  • Schoko-Schoko-Plätzchen: Einen Esslöffel Mehl gegen einen Esslöffel Kakao tauschen und weiße und/oder dunkle Schokotröpfen unterheben.
  • Bunte Plätzchen: Witzig für die Kinder, bunte Zuckerstreusel und den Saft einer halben Zitrone einarbeiten und die fertige Teigrolle in bunten Streuseln wälzen.
  • Nuss-Nugat-Plätzchen: 50 Gramm Nugatmasse hacken und unter der Teig arbeiten. Die fertige Teigrolle in Haselnusskrokant wälzen.
  • Limetten-Kokos-Plätzchen: 50 Gramm Kokosflocken und Saft sowie abgeriebene Schale einer Biolimette einarbeiten.

Eurer Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Übrigens: Aus dem übrig gebliebenem Eiweiß backe ich Kokosmakronen:

  • 2 Eiweiß
  • 150 Gramm Puderzucker
  • Saft einer halben Zitrone
  • 200 Gramm Kokosraspel
  • Oblaten
  1. Die Eiweiße sehr steif schlagen, den Zucker nach und nach einrieseln lassen. Den Ztitronensaft unterrühren. Kokosraspel unter die Eiweißmasse heben. Die Mischung auf Oblaten geben.
  2. Backofen auf 125 Grad (Umluft) vorheizen und die Makronen 20 Minuten backen. Dann die Makronen weitere 10 Minuten im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen. Anschließend auf einem Gitter auskühlen lassen.

Noch mehr tolle Lieblingsrezepte meiner Botschafter-Kolleginnen findet ihr hier:

Ich bin sehr gespannt, was ihr zu diesem ungewöhnlichen Thema hier auf dem Blog sagt. Backen ist ja auch ein Stück DIY. Und nächstes Jahr würde ich gern auch noch ein paar nährelevante Themen verlinken… aber dieses Jahr musste es schnell gehen. Deshalb gibt’s schnelle Kekse – ähm, Plätzchen – von der Rolle. Probiert sie unbedingt aus und sagt mir, wie ihr sie findet! Guten Appetit und eine schöne Adventszeit wünscht euch

Ulrike

9 Kommentare

  1. Pingback: plätzlealarm – unsere lieblingsplätzle | herz-lieb

  2. Die sehen super lecker aus und das auch schon vor dem backen. Fotogen sind sie auch noch, perfekt 😉
    Liebe Grüße,
    Lee

  3. Pingback: Plätzchen-Zeit - metterlink.com

  4. Ich bin kein Fan vom Ausstechen, obwohl mein Sohn das echt drauf hat schon immer, ich hoffe eigentlich er hilft mir dieses Jahr wieder. Ich schneide nämlich auch lieber. Aber auf die Idee die Rollen vorher wo durchzurollen kam ich noch nicht, sehr schöne Ideen hast du, sind schon gemerkt und werden nachgemacht. Dankeschön. Die Bilder sind übrigens ein Traum, wie aus einem Buch, sehr gelungen.
    Liebe Grüße,
    Petra

  5. Liebe Ulrike,
    ich denke, die Plätzchen von der Rolle sind genau meine Kragenweite! Eventuell gibts die dieses Jahr noch 🙂
    Liebe Grüße,
    Marina

  6. Eine tolles Rezept, das werde ich mit Sicherheit ausprobieren. So einfach, aber doch variabel, das ist perfekt für mich (im Backen bin ich leider eine Niete, tue es aber trotzdem gern mit den Kindern :-))
    LG Janina

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