Näh-Yoga mit dem {Tea House Dress}

Kaffee oder Tee? Normalerweise würde meine Antwort immer zugunsten des koffeinhaltigen Heißgetränks (mit Milch und manchmal sogar mit einer Prise Zucker) ausfallen. Es sei denn, es geht um schöne Kleider. Dann nehme ich Tee. Nämlich das Tea House Dress von Sew House Seven. Das gibt es jetzt ganz neu auf Deutsch bei Näh-Connection und ist für mich der Inbegriff des Slow Sewings. Yoga an der Nähmaschine. Ommmmmm. Dazu einen Kaffee, bitte. Oder einen Tee. Egal. Das Tea House Dress geht auch mit Kaffee.

* Werbung. Das Schnittmuster wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde nicht beeinflusst oder bezahlt. Ich teile hier meine persönlichen Ansichten. *

Eigentlich müsst ihr euch dieses Kleid bei lauen zwanzig Grad am Strand von Sankt Peter Ording vorstellen, mit zart gebräunten (höhö) Beinen und Sand zwischen Zehen. Oder bei einem gemütlichen Picknick im Park mit Sonnenbrille statt Mütze und Birkenstocks statt Stiefeletten. Leider kann ich euch das gerade nicht bieten. Denkt euch den Schnee und die minus zehn Grad einfach weg, ja? Und vergebt mir mein leicht verkniffenes Grinsen, es war einfach saukalt und ich bin doch so eine Frostbeule! Keine Ahnung, wie Marie Fleurine das immer macht bei den norwegischen Temperaturen noch so „cool“ zu gucken. Ich bin heilfroh, dass wir inzwischen Frühling haben und Fotografieren wieder ohne Gefahr für Leib und Leben (ja, sooooo kalt war es) möglich ist. Nennt mich Drama Queen…

Das Tea House Dress ist ein locker geschnittenes Kleid (oder Top) für Webware und kommt in drei verschiedenen Längen daher: als Mididress, knielanges Kleid und hüftlange Tunika. Zwei verschiedene Gürtellösungen sorgen zusätzlich für Abwechslung. Ich habe mich für das eingefasste Taillenband und die mittlere (knielange) Länge entschieden. Die Midilänge hätte mir auch gefallen, aber dafür hat der Stoff leider nicht gereicht. Den Sprenkel-Chambray von Robert Kaufman habe ich schon vor fast einem Jahr bei 1000stoff gekauft mit dem Ziel, ein Tea House Dress daraus zu nähen. Leider hatte Lara nur noch ein letztes Reststück von nicht mal mehr zwei Metern Länge. Offiziell benötigt werden für meine Version laut Anleitung aber drei Meter. Dank intensivstem Schnittmustertetris (und einem klitzekleinen bisschen Schummelei) habe ich dem Stoff“rest“ mein Tea House Dress abgetrotzt. Ein anderer Stoff kam einfach nicht in Frage. Es MUSSTE dieser sein. Letztendlich hat es auch gepasst. Nur den hinteren Beleg musste ich aus einem anderen Stoff zuschneiden (sieht ja keiner und ihr verratet es bitte nicht weiter) und die Bindebänder etwas verschmälern und schon hat alles gepasst. Okay, der Zuschnitt hat gefühlt Wochen gedauert, aber das war es mir wert. Lasst euch also nicht von den irre hohen Angaben beim Stoffbedarf abschrecken. Mit etwas Geschick kommt ihr mit deutlich weniger Material aus.

Genäht ist das Kleid schneller als gedacht. Logisch eigentlich, denn es sind keine komplizierten Verschlüsse oder komische Abnäher dran. Ich habe mir sogar den Luxus erlaubt und den Beleg unsichtbar per Hand angenäht. Und das, obwohl ich doch eigentlich gar keine Zeit habe. Verrückt, oder?! Ich glaube, dieses Kleid entschleunigt mich und ich freue mich schon riesig darauf, es jetzt endlich einmal ohne Gänsehaut spazieren führen zu können. Apropos „riesig“: Überaus praktisch sind die riesigen Taschen, die locker eine ganze Damenhandtasche ersetzen könnten. Okay, meine nicht unbedingt, die heißt Kanken und hängt auf meinem Rücken. Immer. Aber eine Packung Taschentücher und ein Smartphone stecken die Taschen locker weg. Zu kleine Taschen finde ich ja immer albern, aber die hier sind perfekt. Die vordere Passe und die angeschnittenen Ärmel verleihen dem Kleid einen leicht fernöstlichen Kimonostyle, was ich mir in Kombination mit dem locker-legeren Schnitt an durchschnittlich warmen (nord-)deutschen Sommertagen sehr angenehm vorstelle. Schön luftig und dennoch „angezogen“.

Den Sitz den Kleides kann man übrigens Dank der Bindebänder super variieren. Bindet man sie fester, sitzt das Kleid eher auf Figur und betont Taille und Busen. Bindet man die Bänder locker wie bei mir hier, ist der Style eher lässig. Durch die Bindetechnik funktioniert der Schnitt bei nahezu allen Finurtypen. Auch für eine große Oberweite und sogar einen Babybauch ist in diesem Kleid genug Platz. Ich behaupte mal ganz frech, das Tea House Dress kleidet JEDE. Rausfinden müsst ihr es aber selbst. Das Schnittmuster gibt’s ab sofort bei Näh-Connection und bis 11. April sogar mit 15 Prozent Rabatt. Wenn ich nicht schon so viele Kleider im Schrank hätte und nicht gerade einige Jerseykleider auf mich warten würden, würde ich direkt das nächste Tea House Dress zuschneiden. Ich liebe das Nähen mit Webware einfach. Ich meine, Jersey ist toll, aber das Nähen mit Webware ist einfach speziell. Meditativ. Finde ich. Wie ist das bei euch? Mögt ihr lieber Maschen- oder Webware?

Ulrike

 

Schnittmuster Tea House Dress von Sew House Seven, auf Deutsch erhältlich bei Näh-Connnection (der Schnitt wurde mir zur Verfügung gestellt). Genäht in Größe 8, ohne Änderungen.
Stoff
Sprenkel-Chambray von Robert Kaufman über 1000stoff (selbst gekauft!)

Verlinkt bei Rums.

9 Kommentare

  1. Total klasse, Ulrike! Ich liebe deine schlichte Variante sehr und würde es genau so tragen! So bald das – inzwischen doch recht große – Babybäuchlein weg ist und das Würmchen es zulässt, nähe ich mir auch so ein Kleid :).

    Es steht dir wunderbar und auch wenn ich mich ebenso wie du über den Frühling freue – deine Fotos sind wahnsinnig schön um Schnee!

    Liebe Grüße,
    Katja

    • Dankeschön, liebe Katja! Ich fühle mich auch pudelwohl und werde es jetzt, wo es endlich wärmer ist, ganz oft spazieren tragen. Übrigens habe ich das Kleid ja schon seit letztem Jahr auf der To-Sew-Liste und weil ich damals noch gestillt habe, wollte ich vorne einen Reißverschluss einbauen. Nur so als Tipp am Rande. Das sieht bestimmt auch sehr lässig aus und macht das Kleid sofort stilltauglich.
      Liebe Grüße, Ulrike

  2. Klasse! Vor allem in dem Stoff! Das muss ich auch noch nähen…..und sehr , sehr tapfer warst Du! *g*
    Liebe Grüße
    Karin aka Lina….auch eine Dramaqueen ;-)

  3. Irre! Steht Dir ausgezeichnet. Ich glaube, für mich wäre das ein zu
    großes oder langwieriges Projekt- eben slow sewing ;-)
    Liebe Grüße Bine

    • Hallo Bine, ich glaube, der Aufwand für dieses Kleid wird überschätzt. Es ist eigentlich wirklich schnell genäht. Probier’s doch mal! Das einzige, was wirklich groß ist, ist die Menge an Stoff auf dem Nähtisch… ;-)
      Liebe Grüße, Ulrike

    • Hihi. Siehste!
      Danke, dass du auf uns gehört hast. Das Tea House Dress ist so ein toller Schnitt und einfach mal was anderes. :-)
      Ich bin gespannt, wann du uns dein erstes Tea House Dress zeigen wirst…
      Herzlichst, Ulrike

  4. Pingback: Vielseitig wie der April {Ania Tunic} – Moritzwerk

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