Endlich Schulkind {Ileana Dress}

Es ist soweit. Seit acht Tagen habe ich ein Schulkind. Meine Große ihrem großen Tag sehnsüchtig entgegen gefiebert und ich mit ihr. Denn noch vor den Ferien hatte ich ihr heimlich eine Schultüte und das Einschulungskleid genäht, um sie am Tag der Einschulung damit zu überraschen. Was ich genäht habe und was sie dazu gesagt hat? Kommt mit, ich erzähl’s euch.

Werbung | Das Schnittmuster habe ich letztes Jahr im Rahmen einer Marketingaktion von Compagnie M. kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Sämtliche Stoffe und Nähzubehör sind selbst gekauft und bezahlt.

Wer mir auf Instagram folgt und regelmäßig meine Stories ansieht, hat es schon gesehen: Das Einschulungsoutfit meiner großen Tochter. Lange habe ich gegrübelt, welcher Schnitt es werden soll, schließlich gibt es sooo viele wunderschöne Kleiderschnitte für Mädchen. Und meine Große liebt sie alle. Alle! Vor allem aber liebt sie Drehkleider mit richtigem Tellerrock wie ihre geliebten Janie-Dresses (hier Nummer eins und zwei) und ich liebe Webware. Ein Drehkleid aus Webware sollte es also werden. Damit war die Auswahl direkt ziemlich eingeschränkt. Und weil ich bei diesem wichtigen Kleid keine Experimente wagen wollte, sollte es ein Schnitt sein, den ich wenistens schon einmal genäht hatte. Übrig blieben das Polina Dress und das Ileana Dress.

Die Wahl fiel aufs Ileana Dress. Ich liebe die Kleiderschnitte von Compagnie M. sehr, weil sie fast alle richtig schön untereinander kompatibel und daher unendlich variabel sind. Kurz hatte ich überlegt, das Oberteil des Lotta Dress‘ mit dem Tellerrock vom Ileana Dress zu kombinieren, weil ich den umgeschlagenen Kragen und die überschnittenen Ärmel so gern mag. Aber dann hat doch der Bubikragen mit Fake-Knopfleiste das Rennen gemacht. Ich finde, das passt ganz wunderbar zum Anlass. Es ist schick und niedlich und witzig zugleich. Außerdem kann man an Knopfleiste und Kragen ganz wunderbar mit besonderen Stoffen spielen. Ich habe an diesen Stellen einen zauberhaften Voile von Cloud9 in Szene gesetzt, von dem ich bei der Eulenmeisterei gerade mal den allerletzten halben Meter ergattern konnte. Damit habe ich auch das Oberteil gefüttert, damit es möglichst hochsommertauglich bleibt. Eine weise Entscheidung. Wobei wir am Einschulungstag wirklich Glück hatten und die Temperaturen nur auf angenehme 26 Grad stiegen. Passend zum blauen Schulranzen musste es auch ein blaues Kleid werden. Für den Oberstoff wählte ich die schöne blaue Popeline von C. Pauli. Aus diesem Stoff hatte ich einmal ein anderes Liebslingskleid genäht und ahnte, dass der Tellerrock daraus perfekt fallen würde.

Ein paar uralte Vintage-Knöpfe von meiner verstorbenen Oma zieren die Knopfleiste, die ja ohne Knöpfe gar keine Knopfleiste geworden wäre. Ein bisschen schade finde ich, dass die schweren Knöpfe am zarten Voile so hängen. Ich muss mal schauen, ob ich das noch irgendwie korrigiert bekomme. Kragen und Knopfleiste habe ich zusätzlich mit einem Bio-Paspelband von C.Pauli abgesetzt. Von der Dicke der Paspel war ich erst einmal überrascht. Sie ist wirklich wesentlich voluminöser als die „Standardpaspel“, die man sonst im Stoffladen bekommt. Dafür ist sie aber auch herrlich matt und einfach etwas besonderes. Zum ersten Mal habe ich zum Annähen der Paspeln übrigens einen speziellen Paspelnähfuß verwendet und möchte ihn nicht mehr missen. Es ging jetzt zwar auch jahrlang ohne Spezialfuß sehr gut, aber mit ist es doch viel angenehmer.

Und wo wir gerade beim Thema Spezialfüße sind: Seht ihr den Reißverschluss am Rücken? Genau, er ist so ziemlich unsichtbar. Dass das Einnähen von nahtverdeckten Reißverschlüssen mit dem Spezialfüßchen so megamäßig einfach ist, hätte mir ruhig schon mal früher jemand sagen können. Diese kleine Investition empfehle ich hiermit jedem und jeder, der/die hin und wieder mal nahtverdeckte Reißverschlüsse einnäht. Es kann ja so einfach sein.

Ein weiteres kleines, aber feines Detail, das ich mir an diesem Kleid wieder einmal erlaubt habe, ist das Säumen mit Schrägband. Gerade bei Tellerröcken, die sonst am Saum schnell mal zur Faltenbildung neigen, ist das Schrägband mein erste Wahl. Allerdings nähe ich es nicht einfach standardmäßig um den Saum herum, sondern wie einen Beleg innen an. Dazu faltet ihr das Schrägband auseinander, näht es rechts auf rechts am Saum an (immer schön in der Falte), klappt dann alles nach innen um (bügeln nicht vergessen) und näht das Schrägband entsprechend seiner Breite fest. Achtet darauf, das Schrägband beim Annähen möglichst wenig zu dehnen, sonst zieht sich der Oberstoff unschön zusammen. Ich setze hierbei übrigens gern Akzente mit kontrastfarbigem Schrägband, das beim Laufen und Drehen hübsch hervor blitzt. Mit farblich passendem Band dadegen wird der Saum nahezu unsichtbar. Ein weiterer Vorteil von diesem Verfahren: Es macht den Saum etwas schwerer, sodass der Rock wunderbar fällt und schwingt.

Zur Feier des Tages habe ich dem Kleid (und dem Kind) noch einen Unterrock aus rosa Bio-Tüll gegönnt. Der Rock ist nicht am Kleid festgenäht und kann daher auch anderen Kleidern Gesellschaft leisten. Außerdem wird das Kleid an sich so etwas alltagstauglicher. Wie ich mein Kind kenne, wird es schon bald ihr Einschulungskleid auch in der Schule tragen wollen.

Und dann war da noch die Schultüte. Da hab ich’s mir natürlich auch nicht nehmen lassen, sie selbst zu nähen. Eine genähte Hülle hat übrigens allerlei Vorteile. Nicht nur ist sie wesentlich unempfindlicher als gebastelte Tüten aus Papier und Pappe, sondern insgesamt auch dauerhafter. Unsere Schultüte wird natürlich ein passendes Inlay bekommen und zukünftig als Kuschelkissen das Kinderzimmer bereichern. Bei der Gestaltung der Schultüte habe ich mich allerdings wirklich schwer getan. Wir ihr wisst, sind krasse Kindermuster und fette Applikationen nicht mein Ding. Und trotzdem muss so eine Schultüte optisch etwas hermachen. Einfach nur unifarben wäre beim Kind sehr wahrscheinlich durchgefallen. Zum Glück bin ich über den hübschen Canvas von Cloud9 gestolpert. Er passt nicht nur farblich perfekt zur Popeline und zum Voile des Kleides, sondern nimmt mit seinem geometrischen Muster auch Bezug zu Schulthemen, ohne dabei zu plakativ zu sein. So mag ich das. Für ein bisschen extra Blingbling gab es noch eine Pailettenborte und eine Spitze aus goldenem Kunstleder. Vorlagen für Schultütenschnittmuster gibt es zuhauf im Netz. Ich habe meine selbst gezeichnet, musste sie am Ende allerdings noch einmal deutlich enger machen, damit sie schön straff auf dem Rohling sitzt. Ich denke, das liegt in der Natur der Sache, da die Stoffe ja leicht elastisch sind, vor allem wenn man sie schräg zuschneidet. Insgesamt war unsere Schultüte ziemlich schnell gemacht.

So, ich für meinen Teil erkläre hiermit die Sommerpause für beendet. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr noch Ferien? Steht bei euch dieses Jahr womöglich auch eine Einschulung an? Bastelt ihr vielleicht gerade noch an der Schultüte und dem Einschulungsoutfit? Oder labt euch schon heimlich an den Leckereien aus der Schultüte eure Kindes? Solche Eltern soll’s ja geben *hust*. Wiedemauchsei, ich wünsche euch einen schönen Schultstart,

Ulrike

Schnittmuster Ileana Dress von Compagnie M. (der Schnitt wurde mir in einer früheren Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt) – Genäht in Länge 8 und Weite 6 fürs hoch gewachsene, schlanke Kind
Stoffe Bio-Popeline von C.Pauli, Bio-Voile von Cloud9 (nicht mehr verfügbar), Bio-Tüll von C.Pauli, Bio-Schrägband von C.Pauli, Bio-Canvas von Cloud9, Bio-Paspelband von C.Pauli, alles von der Eulenmeisterei (selbst bezahlt), Kunstleder aus dem örtlichen Stoffladen, Paillettenborte von Tchibo (schon länger her)
Aufnahmerequisiten Goldene Ballerinas von Zecchini D’Oro aus einem örtlichen Kindermodeladen, rosa Glitzerkniestümpfe und Haarband von Pomp de Lux (online bestellt)

 Verlinkt bei After Work Sewing, Ich näh‘ Bio und Selbermachen macht glücklich.

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