Howdie {Nina Blouse}

Nina Blouse von Coffee+Thread | Moritzwerk

Bei manchen Nähprojekten weiß ich von vornherein: Das wird cool. Das Kind wird es lieben. Und es gibt Projekte, die finde ich selbst so wunderschön, habe aber echt Bauchschmerzen beim Gedanken an die Reaktion des zu benähenden Kindes. Die neue Nina Blouse von Coffee+Thread war so ein Bauchschnerz-Projekt. Aber, um die Pointe mal vorweg zu nehmen: Das große Kind hat die neue Bluse jetzt volle drei Tage hintereinander getragen. Macht sie sonst nie. Nie! Ein Volltreffer und Mama wischt sich heimlich die Schweißperlen von der Stirn…

Dieser Beitrag enthält Werbung | Der Schnitt wurde mir im Rahmen meiner Botschaftertätigkeit für Näh-Connection kostenlos zu Verfügung gestellt. Den Musselin habe ich ebenfalls kostenfrei von der Eulenmeisterei Biostoffe erhalten. Dennoch gilt: Mein Post, meine Meinung.

Die Bluse hing nun schon einige Wochen fast fertig in meiner Nähecke. Gleich zu Anfang kam das große Tochterkind, beäugte das rosa Flatterteilchen, rümpfte die Nase und zog von dannen. „Mag ich nicht. Kannst du meiner Schwester geben.“ Ja, eine Bluse ist eben kein Drehkleid. Damit wäre ich auf der sicheren Seite gewesen. Der Vorteil von zwei Töchtern mit knappem Altersabstand ist aber, dass man (fast) immer ein Ersatzmodel zur Hand hat. Leider sitzt die Bluse an der kleinen Schwester so gar nicht. Zu weit, zu lang, zu unförmig. Nur mit viel gutem Zureden (und ein bisschen Bestechung) ist es mir gelungen, doch noch das große Kind in das geplante Outfit zu stecken. Und plötzlich hat es KLICK gemacht. Sie hat Outfit genau so von Freitag bis Sonntag getragen – komplett mit Hut und Boots. Wenn sie gedurft hätte, wäre sie so wohl auch ins Bett gegangen.

Woher der plötzliche Sinneswandel kam, kann ich nur erahnen. Ich glaube, dass sie sich einerseits plötzlich wie ein Cowgirl fühlte und diese Rolle sichtlich genoss. Und zweitens merkte sie, wie weich und leicht und luftig sich diese Bluse anfühlt, die sie bis dahin nur aus der Ferne gemustert hatte. Der Wohlfühlfaktor war so groß, dass sie mit so viel Freude ins Fotoshooting ging, wie es es bei ihr schon lange nicht mehr erlebt habe. Wackelzahlpubertät lässt grüßen.

Der Stoff ist – wie manch einer schon mit Erschrecken festgestellt haben wir – ein Musselin. In diesem Fall in Bio-Qualität von C.Pauli aus der Eulenmeisterei und unglaublich weich und zart. Musselin an sich polarisiert ja schnell. Die einen denken dabei nur an Spucktücher und haben direkt einen sauren Geruch in der Nase, die anderen finden ihn einfach nur schön. Ich gehöre zu den anderen. Und das, obwohl das große Kind ein ausgesprochenes Spuckkind war und solche Musselintücher monatelang zu meinem Alltagsoutfit gehörten. Ich hätte sie mir direkt an jedes einzelne Oberteil festnähen können… und trotzdem habe keine negativen Assoziationen. Ich finde Musselin einfach schön. Ich mag die Struktur, die Weichheit, die leichte Elastizität bei völliger Abwesenheit von Kunstfasern. Musselin lässt sich gut vernähen und bügeln, nur beim Zuschneiden muss ich meinen inneren Monk hinter mir lassen. Denn da wird der Stoff zur Zicke. Musselin akurat zuzuschneiden gelingt mir einfach nicht. Jedenfalls nicht mit der Schere. Ich sollte es vielleicht mal mit dem Rollschneider versuchen. Übrigens: Musselin unbedingt erst Waschen, damit es sich zusammenzieht und seine typische Struktur erhält. Andernfalls ist euer Kleidungsstück hinterher zu klein.

Zum Glück hat der Schnitt nicht allzu viele Raffinessen eingebaut, sodass der Flutschecharakter des Musselins nur bei den hübschen Falten an den Schultern kurz gestört hat. Die sind mir nicht ganz so perfekt gelungen, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber Schwamm drüber. Dafür spielt der Stoff an allen anderen Stellen seine Stärken voll aus. Die Bluse ist nämlich A-linienförmig eher weit geschnitte mit zum Handgelenk hin weit ausgestellten Ärmeln. Und solche weiten Schnitte brauchen weich fließende Stoffe. Jedenfalls bei den etwas größeren Mädchen, wenn sie nicht gerade wie eine Matrioschka aussehen wollen. Der Musselin von C.Pauli ist perfekt für solche locker geschnittenen Blusen geeignet. Er ist viel feiner und weicher als die üblichen „Spucktücher“ und das allerbeste ist, bei der Eulenmeisterei gibt es ihn in sieben (!) wunderschönen Farben. Eine Nina in Tawny Olive oder Rabbit wäre doch auch noch ganz cool, oder?

Im Schnitt enthalten ist übrigens ein Bubikragen, den ich großzügig weggelassen habe. Cowgirls tragen nun einmal keine Bubikrägen und ich mag den cleaneren Look einfach viel lieber. Außerdem kann man den Schnitt auch mit kurzen Flügelärmeln nähen. Ich gehe aber mal davon aus, dass der ewige Sommer 2018 jetzt endgültig vorbei ist. Nächstes Jahr probiere ich  noch eine kurzärmelige Nina. Ist ja recht schnell gemacht und wirklich nicht kompliziert. Nur die Knopfleiste… naja, Knopflöcher erfordern eben entweder eine gute Maschine mit Knopflochfunktion (hab ich) oder Geduld und Spucke und eine ruhige Hand beim manuellen Knopflochnähen (hab ich nicht). Oder ihr schummelt einfach und nehmt Druckknöpfe. Die Jerseydrücker von Prym mit Perlmuttkopf sehen auch super an so einer Bluse aus… nur so als Tipp am Rande.

Denkt daran, nur noch zwei Monate bis Weihnachten und die bange Frage: Was zieht die Familie bloß über die Feiertage an? Ich vermute, bei uns hat sich die Frage seit letztem Freitag geklärt. Eventuell muss ich noch für etwas Nina-Nachschub sorgen, um die rosa Nina etwas zu entlasten. Mir schwebt da nämlich noch ein kleiner Hack vor… kommt Zeit, kommt Hack. Die Nina Blouse gibt es ab sofort bei Näh-Connection – bis zum 29. Oktober mit 15 Prozent Rabatt. Howdie,

Ulrike

Verlinkt bei Creadienstag, Handmade on Tuesday, Ich näh‘ bio und Selbermachen macht glücklich.

2 Kommentare

  1. Die Bluse sind ganz fantastisch aus. Wenn ich nicht mit Knopflöckern so auf Kriegsfuß stehen würde…
    Liebe Grüße, Jana

    • Liebe Jana, wenn man es einmal raus hat mit den Knopflöchern… ;-) Aber es gibt ja auch Alternativen. Bei akuter Knopflochangst empfehle ich Druckknöpfe und die dazugehörige Zange von Prym. Das funktioniert wirklich großartig.
      Liebe Grüße, Ulrike

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