Anleitungen DIY Upcycling

Blumige Aussichten für winzige Stoffreste

Stoffbumenkranz

Enthält Werbung in Form von Affilate Links

Wenn man nicht gerade Zero Waste Schnitte näht, bleiben nach einem Nähprojekt immer Stoffreste übrig. Immer. Mit der Zeit sammelt sich oft ein regelrechter Resteberg zusammen. Spätestens wenn man nicht mehr weiß wohin damit, stellt sich den meisten von uns die Frage:

Ist das Kunst oder kann das weg?

Frei nach der Putzkraft, die Joseph Beuys Kunstinstallation wegputzte
Blütenkränze für die Ewigkeit aus Jerseyresten

Ich gestehe, ich sehe in den allermeisten Stoffresten noch großes Potenzial – für irgendwas sind solche Reste doch immer gut. Wegschmeißen fällt mir ohnehin schwer. Immerhin steckt in jedem Quadratzentimeter Stoff viel Arbeit, Mühe, oft auch Qual vieler Menschen. Bis sie auf unseren Nähtischen landen, sind Stoffe durch unzählige Hände gegangen. Sie bilden teilweise die Lebensgrundlage ganzer Familien und sogar Dörfer. In Stoffen steckt so viel mehr Wert, als das Geld, das wir für den Meter bezahlen. Darum wähle ich die Stoffe, mit denen ich arbeite, mit Bedacht und schätze sie bis zum letzten Schnipsel.

„Was aber tun mit diesen letzten Schnipseln?“, fragte ich mich vor einiger Zeit, als mir meine Restekiste wieder einmal über den Kopf zu wachsen drohte. Flicken, Aufnäher, Applikationen daraus machen? Patchworken oder Quilten? Das hunderste klitzekleine Täschchen nähen. Och nö. Das war alles nicht das richtige. Aber dann…

Eine schöner als die andere. Stoffblüten in ihrer ganzen Pracht.

…mir fiel der Metallring ein, mit dem ich letztes Jahr ursprünglich einen Weihnachtskranz zu binden wollte, und der bislang ungenutzt in irgendeiner Schublade auf seinen Einsatz wartete. Ein paar Prototypen später war mein neues Stoffresteverwertungsobjekt fertig. Und ich liebe es.

Und vielleicht ist das ja auch die Lösung für einige von deinen Stoffresten?

Hier kommt die Anleitung

Anleitung zum Stoffblütenbasteln
  1. Für eine Blüte benötigst du zwei Stoffstreifen mit ca. 10x5cm und 6x4cm Größe. Der größere bildet die Blütenblätter, der kleinere die inneren Kronblätter. Experimentiere ruhig mit den Maßen, die Optik ändert sich immer wieder. Du kannst den kleinen Streifen auch weglassen und den großen dafür verlängern und am Ende eine Perle oder einen kleinen Knopf als Blütenmitte einnähen.
  2. Falte die Streifen längs zur Hälfte.
  3. Schneide die Streifen entlang des Bruchs in regelmäßigen Abständen ein. Auch hier kannst du mit den Maßen spielen. Größere Abstände ergeben Blüten, die an Ranukeln erinnern. Schmale Einschnitte ergeben „Gänseblümchen“ oder „Kornblumen“. Bei Stoffen mit sehr wenig Stand empfiehlt es sich, die Abstände eher etwas weiter zu wählen, sonst hängen die Blütenblätter etwas „welk“ hinab.
  4. Rolle den kleineren Streifen zusammen.
  5. Wickle den größeren Streifen darüber.
  6. Fixiere die Streifen, indem du knapp über dem Boden der Blüte einmal quer durch alle Lagen nähst.
  7. Wickle den Faden ein paar mal um die Blüte und verkote ihn gut.
  8. Zupfe die „Blütenblätter“ zurecht und wiederhole alle Schritte möglichst oft, um am Ende ein Bouquet aus vielen bunten Blüten zu haben.
  9. Bereite die Basis deines Kranzes (Affiliate Link) vor. Hier habe ich mit Jerseynudeln (lange schmale Jerseystreifen) ein wenig „Makramee“ hinzugefügt. Dort wo die Blütenblätter halten sollen, häkelst oder wickelst du Jerseynudeln herum. Die Blüten kannst du dort wahlweise annähen (so mache ich das gern) oder mit Heißkleber ankleben. Fertig und genießen!

Für den kleinen bunten Blütenkranz habe ich den robusten Metallring in Anthrazit (Affiliate Link) mit zwanzig Zentimetern Durchmesser von idee. creativmarkt verwendet. Die Ringe gibt es auch in weiß, gold und (drei-)eckig und in vielen verschiedenen Größen. Mit der größten Größe habe ich noch einen zweiten Blütenkranz in einer natürlicheren Farbwelt gestaltet. Wirkt gleich ganz anders, stimmt’s? Die Aufhängung ist noch provisorisch. Da fehlt mir noch eine zündende Idee. Aber ich wollte dir diese Version nicht vorenthalten. Sie ist so wunderschön.

DIY-Stoffblüten am großen Metallring.

Das tollste an diesen Kränzen ist: Sie welken nie und halten ewig. Je nach verwendeten Stoff(art)en sieht der Kranz immer wieder anders aus. Natürlich, verspielt, extravagant, … . Alles ist möglich. Ich bin wirklich sehr verliebt in diese Schönheiten und der Blick in die Restekiste verrät mir, dass demnächst noch viele, viele Stoffblüten das Licht der Welt erblicken werden. Gut, dass aus dem Weihnachstkranz damals nichts geworden ist. Und weil das mit dem Stickenlernen gerade auch nichts wird, werde ich gleich noch die eingestaubten Stickrahmen (Affiliate Link) als Basis für den nächsten Blütenkranz zweckentfremden. Sieht bestimmt auch schick aus.

Dekorativ auch in natürlichen Farben.

Ich bin gespannt, was du zu meinen Stoffbütenkränzen sagst. Vielleicht hast du Lust, dir deine eigenen Frühlingsboten zu basteln? Das Material für die Blüten hast du garantiert schon massenhaft zu Hause. Und passende Kränze und Stickrahmen gibt es zum Beispiel beim idee. creativmarkt (Affiliate Link). Wenn du die Idee magst, lass es mich gern wissen. Ich freue mich auch nach Jaaaahren des Bloggens immer noch über jeden Kommentar. Und wenn du deine eigenen Blüten und Kränze bastelst, zeige sie in den sozialen Medien mit dem Hashtag #fabricflowersbymoritzwerk und tagge mich. Ich freue mich auf eine bunte Blumenwiese in der Community.

  • Ulrike

Der Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du auf einen dieser Links klickst und in dem Shop etwas kaufst, erhalte ich eine klitzekleine Provision. Dir entstehen dadurch natürlich keine Kosten. Mir hilft es aber, Moritzwerk am Laufen zu halten. Vielen Dank für deine Unterstützung!

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Inga sagt:

    Liebe Ulrike,
    dass ich den Kranz schön finde hatte ich ja schon auf Instagram geschrieben. Aber noch viel mehr gefallen mir deine Worte zum Thema Wertschätzung. Mir geht es genauso, ich bewahre wirklich auch die kleinsten Schnipsel auf und irgendwann findet sich dafür ein Zweck. Dieses Bewusstsein zum wahren Wert von Stoffen fehlt mir in der Nähwelt leider häufig noch. Je mehr darüber geschrieben wird, desto eher wird sich das hoffentlich ändern.
    Viele Grüße
    Inga

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Ich hab's verstanden.